Joseph Joseph DrawerStore
Ausziehbarer Besteck-Organizer mit fünf Fächern. Passt sich an Schubladen von 30 bis 50 cm Breite an — der Allrounder, den ich vor 18 Monaten fast nicht gekauft hätte und seitdem täglich nutze.
Veröffentlicht 05.05.2026 · Test über 18 Monate · Letztes Update Mai 2026
Es war Oktober 2024. Ich stand in meiner Berliner 4-Quadratmeter-Küche, versuchte einen Pfannenwender aus der Schublade zu fischen, und brauchte dafür siebzehn Sekunden. Ich habe es gestoppt. Siebzehn Sekunden für den Pfannenwender, weil zwischen den Wendern, Suppenkellen, Salatzangen und einem verirrten Spickmesser kein System mehr erkennbar war.
Ich kochte damals etwa fünf Mal die Woche. Das macht 1.500 Sekunden Suche pro Jahr — eine knappe halbe Stunde, die ich literally damit verbrachte, in einer Küchenschublade zu wühlen. Ich kaufte den Joseph Joseph DrawerStore am 17. Oktober 2024. Den Compact, weil meine Schublade nur 38 cm breit ist.
Vor diesem Kauf hatte ich drei andere Lösungen probiert: einen 8-Euro-Besteckkasten aus dem Baumarkt (zu klein, kippte beim Schließen der Schublade um), einen IKEA VARIERA (zu starr, passte nicht in die schmale Schublade), und vier Stoffbeutel von Tedi (sammelten Krümel und liefen aus). Der DrawerStore war für mich Versuch Nummer vier — und der Versuch, der seitdem hält.
Lieferung kam am zweiten Tag. Karton ohne Zusatzverpackung — der Organizer war direkt mit einem Pappfilm gesichert, kein Plastikmüll, das fand ich angenehm. Erste Beobachtung: Das Ding ist leichter als ich gedacht hatte. Ich erwartete robusten, schweren Kunststoff, bekam aber etwas, das ich mit einer Hand gut tragen konnte. Erst als ich ihn in die Schublade legte und das Gewicht von 24 Besteckteilen draufkam, verstand ich: Es ist nicht der Kunststoff, der das Gewicht trägt — es ist die Konstruktion.
Der Auszug-Mechanismus funktioniert mit einer Schiene, die unten in den Organizer integriert ist. Du ziehst die zwei Seiten auseinander, bis der Organizer der Schubladen-Innenbreite entspricht. Bei meiner 38-cm-Schublade musste ich ihn auf 37 cm einstellen, damit er sich nicht klemmt. Das ging mit einer Hand in unter zwanzig Sekunden.

Was mich am ersten Tag positiv überrascht hat: die rutschfeste Unterseite. Bei meinem alten Baumarkt-Besteckkasten habe ich beim Schließen der Schublade jedes Mal das ganze Sortiment in einen Schubladenwinkel gerutscht. Beim DrawerStore: nichts. Der Gummirand greift in die Plastik-Innenfläche meiner Schublade so satt, dass das Ding selbst beim aggressiven Zuwerfen der Schublade exakt dort bleibt, wo es war.
Ich bin keine Influencerin, die Produkte zwei Wochen testet und dann ein Video rausstellt. Der DrawerStore liegt seit 18 Monaten in meiner Schublade — und das ist die Phase, in der man wirklich versteht, ob ein Möbelstück hält oder nicht. Hier sind die ehrlichen Beobachtungen aus diesen 18 Monaten:
Monat 1 bis 3: Hunger nach Ordnung. In den ersten Wochen war ich übermotiviert. Ich räumte die Schublade jeden Abend nach. Pfannenwender links, Salatzange rechts, Spickmesser ganz hinten. Das war eine Phase, die viel mit dem Organizer und wenig mit dem Produkt zu tun hatte — ich wollte einfach beweisen, dass es funktioniert.
Monat 4 bis 6: Realität. Ab Woche 16 räumte ich die Schublade nicht mehr nach. Der Pfannenwender lag manchmal auf den Löffeln. Eine Salatzange klemmte sich quer. Hier zeigt sich, was ein Schubladen-Organizer wirklich kann: Auch wenn ich nicht Ordnung halte, ist die Schublade strukturierter als vorher. Pfannenwender und Suppenkellen liegen nicht mehr durcheinander, weil sie schlicht in unterschiedlichen Fächern liegen — selbst wenn sie nicht akkurat einsortiert sind.
Monat 7 bis 12: Erste Belastungstests. Im Januar 2025 hatte ich Besuch über die Feiertage — drei Personen, die alle meine Schublade benutzten. Pfannen wurden quer hineingeworfen, Schübe wurden hart zugeschlagen. Der Organizer hat das ohne sichtbare Probleme überstanden. Eine kleine Macke an der Außenseite (vermutlich von einer Gabelspitze) — sonst nichts.
Monat 13 bis 18: Lebensdauer-Indikator. Heute, nach 18 Monaten täglicher Nutzung, ist der Organizer optisch zu rund 95 % der originale Zustand. Die Innenflächen haben einen leichten Glanzverlust durch das ständige Reiben des Bestecks — kein Schaden, nur Patina. Der Auszug-Mechanismus klemmt manchmal etwas, wenn die Fächer übervoll sind. Die rutschfeste Unterseite hat noch denselben Halt wie am ersten Tag.
Das ist die realistische Erwartung: Du kaufst dieses Produkt für 8 bis 10 Jahre, nicht für 18 Monate.
Die Anpassbarkeit ist real, nicht Marketing.
Ich habe schon „ausziehbare" Organizer gesehen, die theoretisch ausziehbar waren, aber so wackelig wurden, dass sie nach zwei Wochen nicht mehr stabil standen. Beim DrawerStore ist das Auszug-System mechanisch sauber gelöst: Du ziehst raus, es klickt in 1-cm-Schritten ein, bleibt in der gewählten Position. Auch nach 18 Monaten habe ich die Einstellung kein einziges Mal nachjustieren müssen.
Die Fach-Aufteilung ist durchdacht.
Vier mittlere Fächer für Standard-Besteck (Messer, Gabeln, Esslöffel, Teelöffel) plus ein längeres Fach für Werkzeug. Das ist exakt die Aufteilung, die in deutschen Haushalten Sinn macht — Pfannenwender, Spickmesser, Sparschäler kommen in das längere Fach, ohne dass dafür ein zweiter Organizer nötig ist. Bei meinem alten Besteckkasten brauchte ich für die Kelle einen separaten Behälter im Hochschrank.
Die Reinigung ist trivial.
Einmal alle zwei Monate räume ich den Organizer aus, schmeiße ihn in den oberen Spülmaschinenkorb, fertig. Bei manchen Konkurrenten musste man die rutschfeste Unterseite separat reinigen, weil sie nicht spülmaschinenfest war — beim DrawerStore ist alles aus einem Material, du wirfst das ganze Ding rein.
Wer sagt, ein Produkt habe keine Schwächen, hat es nicht lange genug benutzt. Hier ist meine ehrliche Liste:
Der Preis ist im oberen Mittelfeld.
22 Euro ist nicht günstig. Vergleichbare Discounter-Lösungen kosten 6 bis 10 Euro. Für jemanden, der die Schublade selten nutzt oder gerade erst in eine Wohnung gezogen ist und kein Geld hat, ist das ein Argument gegen den Kauf. Mein Argument dagegen: Über 8 Jahre Lebensdauer kostet der DrawerStore pro Tag rund 0,75 Cent — der Discounter-Kasten 0,8 Cent (weil er nach 2 Jahren ersetzt werden muss). Aber das nutzt nichts, wenn das Geld jetzt knapp ist.
Bei Schubladen über 50 cm Breite ist er zu schmal.
Wer eine breite Küchenschublade hat (z. B. 60 oder 80 cm), kauft entweder zwei DrawerStores nebeneinander (was 44 Euro kostet) oder muss sich nach einer anderen Lösung umsehen. Mein Vorschlag: Joseph Joseph Blox 10er-Set (etwa 30 Euro), das aus zehn modulierbaren Boxen besteht — passt sich an jede Schublade an.
Reine Kunststoff-Optik.
Das Material ist zwar BPA-frei und stabil — aber es ist offensichtlich Kunststoff. Wer eine Holzschublade in einer Küche mit hochwertigem Charme hat, der wirkt der DrawerStore möglicherweise zu „funktional". Für eine sichtbare Schreibtisch-Schublade würde ich eher zu mDesign Holzboxen greifen.
Wir haben den DrawerStore im großen Schubladen-Organizer-Test mit drei weiteren Modellen verglichen. Hier ist die Kurzfassung:
| Modell | Material | Fächer | Preis | Stärke | Link |
|---|---|---|---|---|---|
| Joseph Joseph DrawerStore | Kunststoff | 5 (ausziehbar) | ~ 22 € | Anpassbar, robust | Bei Amazon → |
| Joseph Joseph Blox 10er | Kunststoff modular | 10 Module | ~ 30 € | Frei kombinierbar | Bei Amazon → |
| mDesign 4er-Set Holz | Holz natur | 4 Boxen | ~ 25 € | Hochwertige Optik | Bei Amazon → |
| mDesign Besteckkasten Kunststoff | Kunststoff | 5 Fächer | ~ 12 € | Preis-Tipp | Bei Amazon → |
Die ausführliche Reportage zum Test mit allen vier Modellen findest du im Schubladen-Organizer Test 2026.
Lohnt sich für dich, wenn:
- Deine Küchenschublade zwischen 30 und 50 cm breit ist
- Du täglich oder fast täglich kochst
- Du in einer kleinen Wohnung lebst und nicht ständig die Schublade aufräumen willst
- Du ein Produkt kaufen willst, das 5–10 Jahre hält, nicht 2
Lohnt sich nicht für dich, wenn:
- Deine Schublade über 50 cm breit ist (dann zwei DrawerStores oder Blox 10er)
- Du eine besonders schmale (unter 30 cm) Schublade hast (passt nicht)
- Du nur Notbesteck einlagerst und die Schublade selten nutzt (dann reicht der mDesign-Preis-Tipp)
- Du eine sichtbare Schreibtisch- oder Pantry-Schublade ausstattest, in der die Optik wichtig ist (dann mDesign Holz)
18 Monate sind keine kurze Zeit. In dieser Zeit habe ich rund 540 Mal mit dieser Schublade interagiert — Kochen, Spülen, Einräumen, Aufräumen. Der DrawerStore hat in dieser Zeit nichts gemacht außer da zu sein. Er hat keine Probleme verursacht, keine Reparatur gebraucht, kein Stück Service gefordert.
Das ist der eigentliche Test: Ein gutes Produkt ist eines, das du vergisst. Du benutzt es so oft, dass es zur Selbstverständlichkeit wird, und merkst nur dann, dass du es schätzt, wenn du in einer fremden Küche stehst und sieben Sekunden nach einem Pfannenwender suchst.
Die 22 Euro waren in meinem Fall ungefähr 19 Tage Mittagessen. Über 18 Monate gerechnet hat mir der DrawerStore — sehr konservativ — vier Stunden Lebenszeit zurückgegeben. Das ist unterm Strich der beste Stundenlohn, den ich für diesen Preis bekommen kann.
Klare Empfehlung. Würde ich heute vor der Wahl stehen, zwischen einem 6-Euro-Discounter und dem DrawerStore: Ich würde wieder den DrawerStore nehmen. Diesmal sofort.
Joseph Joseph DrawerStore
Meine 18-Monate-Empfehlung für jede Küchenschublade zwischen 30 und 50 cm Breite.
Häufige Fragen.
Passt der Joseph Joseph DrawerStore in meine Schublade?
Der DrawerStore Compact ist ausziehbar von 30 bis 50 cm Breite. Vor dem Kauf die Innenmaße der Schublade messen — Tiefe sollte mindestens 33 cm betragen, Höhe mindestens 5,5 cm. Bei sehr breiten Schubladen (über 50 cm) lohnt das Joseph Joseph Blox 10er-Set als modulare Alternative.
Wie viele Teile passen rein?
In den fünf Fächern finden komfortabel 24 bis 30 Besteckteile Platz: Messer, Gabeln, Esslöffel, Teelöffel und kleine Küchenwerkzeuge wie Sparschäler oder Pfannenwender. Bei sehr großem Bestecksortiment (z. B. mit Steakmessern und Spezialgabeln) sollte man eher zwei Organizer planen.
Ist der Kunststoff lebensmittelecht?
Ja, der DrawerStore ist aus BPA-freiem Kunststoff hergestellt und für direkten Kontakt mit Besteck unbedenklich. Reinigung mit feuchtem Tuch oder im oberen Geschirrspülerkorb.
Hält die rutschfeste Unterseite wirklich?
Ja. Der untere Gummirand verhindert das Rutschen sehr zuverlässig — auch nach 18 Monaten täglicher Benutzung in unserem Test. Erst wenn unter der Schublade etwas pudriges (Mehl, Zucker) liegt, kann der Organizer leicht rutschen.
Lohnen sich die 22 Euro wirklich?
Ja, in nahezu jedem Haushalt. Die typische Lebensdauer liegt bei 8 bis 10 Jahren — auf den Tag gerechnet kostet der Organizer also rund einen halben Cent. Vergleichbare günstige Modelle aus Discountern halten meist 2 bis 4 Jahre.
Welche Alternativen gibt es?
Joseph Joseph Blox 10er-Set für modulare Aufteilung, mDesign Holzboxen für Schreibtisch-Schubladen oder Kunststoff-Besteckkasten von mDesign als Preis-Tipp. Im Vergleichstest haben wir alle vier Modelle drei Monate getestet.